Landkarte Neumark – südlicher Teil und nördliches Niederschlesien

Landkarte im Maßstab 1:100.000

Unter dem Namen „Neumark“ versteht man östlich der Oder gelegene Gebiete, die im Zuge der askanischen Ost-Kolonisation (nach 1248) erobert und germanisiert wurden. Grob lässt sich diese Eroberung (“Markierung“) durch die Linie Altmark (westlich der Elbe) – Mittelmark (um Potsdam) – Neumark (östlich der Oder) charakterisieren.

Die Neumark bildete von 1535 bis 1815 neben der „Kurmark“ einen der beiden Landesteile der Mark Brandenburg. Anschließend gehörte sie bis 1945 zur preußischen Provinz Brandenburg, weshalb die heute zu Polen gehörenden Teile dieser Provinz auch als „Ost-Brandenburg“ bezeichnet wurden – ein Begriff, mit dem man aber im heutigen Bundesland eher Gebiete westlich der Oder assoziiert.

Diese nahe Berlins gelegene Landschaft ist aufgrund ihrer hübschen Städte und Dörfer – aber vor allem durch die vielen Wälder, Seen und Flüsse eine wunderbare Ausflugs- und Urlaubsgegend, die mit dieser und 2 weiteren detaillierten BLOCHPLAN-Landkarten entdeckt werden kann.

Im Bereich der Karte “Neumark – südlicher Teil” findet man historische Städte wie das idyllisch zwischen Wäldern und Seen gelegene und von einer Burg überragte Lagow/Łagów, Schwiebus/Świebodzin mit der größten Jesus-Statue der Welt, Sommerfeld/Lubsko mit seiner schönen Altstadt, Pförten/Brody mit der Schlossruine des Grafen Brühl oder Neu Bentschen/Zbąszynek, eine aufgrund der Grenzziehung in den 20er Jahren entstandene Eisenbahnerstadt.

Auf der deutschen Seite der Oder und der Neiße sind bekannte und sehenswerte Orte wie Neuzelle, Eisenhüttenstadt, Frankfurt (Oder) und Guben in der Karte verzeichnet

In der sehr von Wäldern und Flussauen geprägten südlichen Neumark finden sich Naturschönheiten wie der Nischlitzsee, der Grieseler Landschaftspark, der Reppener Urwald oder der nahe der Neißemündung gelegene Kräsemer Landschaftspark.  Auf Oder und Neiße, aber vor allem auf den sich durch die Wälder schlingenden Flüsschen wie Pliszka/Pleiske, Eiland/Ilanka oder Obra gibt es viele Angebote für Kanufahrten.

Und wer schon immer mal wissen wollte, wo Groß und Klein Posemukel bei Bomst liegen, wird hier fündig.

Die Karte zeigt aber auch die Nordspitze Niederschlesiens mit der schönen und lebendigen Studentenstadt Grünberg/Zielona Góra, die das Zentrum der polnischen Weinanbauregion ist.

Die Neumark in den Grenzen von 1815 ist nicht deckungsgleich mit der polnischen Region „Ziemia Lubuska“ (Lebuser Land). Dieser Name bezieht sich auf das von 1124/1125 bis 1555 existierende und bis 1249 unter Oberhoheit des polnischen Königs stehende Bistum, dessen Sitz ursprünglich im westlich der Oder gelegenen Lebus und später in Fürstenwalde war (aus dieser Zeit stammen noch viele der auch heute im Polnischen genutzen Ortsnamen – z.B. Fürstenberg=Przybrzeg).

Heute wird als  „Ziemia Lubuska“ die gesamte Woiwodschaft Lubuskie bezeichnet, die allerdings auch Gebiete umfasst, die bis 1945 zu Schlesien gehörten, während der Nordteil der historischen Neumark heute zur Woiwodschaft Westpommern (Zachodniopomorskie) gehört.

Als letzte Zeugen der einstigen slawischen Besiedlung dieser Gebiete ist im südwestlichen Kartenbereich bis in unsere Zeit das Volk der Sorben ansässig – bis 1945 auch östlich der Neiße. Die niedersorbische Sprache (Raum Cottbus/Guben) ist eng mit dem Polnischen verwandt, während die obersorbische Sprache (rund um Bautzen) mehr Ähnlichkeiten mit der tschechischen Sprache hat.

Die Karte soll – neben der Darstellung der reizvollen Landschaft und der vielen touristischen Sehenswürdigkeiten – aufzeigen, dass es für viele der Orte beiderseits von Oder und Neiße sowohl polnische als auch deutsche und zum Teil auch sorbische Namen gab und gibt. Ein entspannter Umgang mit diesen Namen zeugt vom Interesse am jeweils anderen Volk und der gemeinsamen lokalen Geschichte. Es ist sinnvoll, die Ortsnamen in der jeweils eigenen Sprache zu verwenden (wie ja auch kein Deutscher von „Praha“ oder „Milano“ redet) aber die anderssprachigen Namen zu kennen – auch wenn viele polnische Worte für deutsche Zungen auf den ersten Blick schwer auszusprechen erscheinen.

Im Bereich des Kartenausschnittes sind ca. 1.200 Orte und Wohnplätze aus der Zeit vor 1945 dargestellt. Ca. 300 überwiegend sehr kleine Wohnplätze (darunter besonders viele separat gelegene Mühlenanwesen) sind nach 1945 nicht wieder besiedelt worden bzw. seitdem aufgegeben worden und dennoch dargestellt. Wenn Orte im Zuge der Nationalisierungswelle der 1930er Jahre neue (“deutscher klingendere“) Namen erhielten, sind diese in Klammern aufgeführt.

 

Im sowohl für Autofahrer, als auch für andere touristisch Interessierte gut lesbaren Maßstab 1:100.000 werden detailliert alle wichtigen Sehenswürdigkeiten, ausgewählte Kanu-Routen, alle Fern- und Landstraßen sowie die wichtigsten Stadtstraßen, dazu intakte, stillgelegte sowie abgebaute Eisenbahnstrecken und zur besseren Orientierung geschichtlich interessierter Nutzer neben den aktuellen auch die wichtigsten historischen Verwaltungs- und Staatsgrenzen gezeigt.

Auf der Rückseite enthält die Karte ausführliche Ortsverzeichnisse in Deutsch-Sorbisch-Polnisch,  Polnisch-Deutsch und Sorbisch-Deutsch.

Mit der Darstellung ALLER Ortschaften und Wohnplätze (auch der verschwundenen) und deren Bezeichnung in Polnisch und Deutsch ist diese Karte gute Grundlage für die Reise dorthin aber auch für historische Forschungen.

Karte 84 x 60 cm | gefalzt 12 x 21 cm | 1. Auflage 2021 | ISBN 9783982296906

9,95 

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  • Cover

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